Stand: 22.06.2026

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Autonome Fahrzeugnavigation auf Basis präziser 3D-Umgebungskarten

Halbzeitpräsentation zum Verbundprojekt InfraMobil: Erzeugung von 3D-Maps, LiDAR-Sensorik und 3D-Map-basierte Lokalisierung als Navigationsgrundlage.

PersonenProf. Dr.-Ing. Danilo Schneider
Prof. Dr. rer. nat. Toralf Trautmann
Franziskus Mendt
KontextFuE-Projekt zw. d. Labor f. Photogrammetrie/Fernerkundung und dem Labor f. Kfz-Mechatronik
FormatStoryboard
ZielÜberblick des Projektstandes

Zeitgewichteter Projektfortschritt

38,2 % abgeschlossen
1 Ausgangspunkt und Zielbild

1.1 Leitfrage

Folie 1

Wie kann sich ein Fahrzeug präzise in einer zuvor erfassten 3D-Umgebungskarte lokalisieren?

Warum diese Frage relevant ist

  • Autonome Shuttles und Robotaxis sind bereits im realen Betrieb oder in kommerziellen Pilotbetrieben.
  • Sie lokalisieren sich nicht nur mit GNSS, sondern kombinieren 3D-Maps, LiDAR, Radar, Kameras, IMU, Odometrie und Sensorfusion.
  • Die 3D-Map ist ein zentraler Bestandteil der Navigation, nicht nur Hintergrundinformation.
  • Der wissenschaftliche Kern liegt im Übergang von 3D-Map und Sensordaten zur genauen Fahrzeugpose.

Beispiele aus dem Betrieb

SystemBetreiber / EinsatzräumeLokalisierungslogik
Waymo OneAlphabet/Google; USA u. a. Phoenix, San Francisco Bay Area, Los Angeles, Austin/Atlanta über UberProprietäre HD-Map-gestützte Sensorfusion; öffentlich genannt sind LiDAR, Kamera, Radar, GPS/GNSS, IMU/Bewegungssensorik, Raddrehzahlen und Karten
Baidu Apollo GoBaidu; China u. a. Wuhan, Beijing, Shenzhen, internationale Ausweitung z. B. DubaiÖffentlich dokumentierter Apollo-Stack mit RTK, NDT-LiDAR-Lokalisierung und Multi-Sensor-Fusion
Zoox RobotaxiAmazon/Zoox; USA u. a. Las Vegas, San Francisco, Austin/MiamiKartenabgleich mit Echtzeit-Sensordaten; LiDAR, Kamera, IMU, Raddrehzahl und Lenkwinkel zur Pose-/Geschwindigkeitsschätzung
Pony.aiPony.ai mit OEM-Partnern u. a. Toyota/GAC/BAIC; China u. a. Guangzhou, Shenzhen, Beijing, international u. a. ZagrebHD-Map- und GNSS/IMU-gestützte Multi-Sensor-Lokalisierung mit Redundanz über LiDAR, Kamera und Radar
Der Stand der Technik zeigt: Autonome Fahrzeuge navigieren nicht allein über GNSS, sondern über die Kombination aus 3D-Map, Sensorik und Sensorfusion. Für InfraMobil lautet die zentrale Frage deshalb, wie eine präzise 3D-Umgebungskarte zur genauen Fahrzeuglokalisierung genutzt werden kann.
Waymo Robotaxi
Waymo Robotaxi, Wikimedia Commons, CC BY 4.0
Baidu Apollo Go Robotaxi
Baidu Apollo Go, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Zoox Robotaxi
Zoox Robotaxi, Wikimedia Commons, CC BY 4.0
Bildquellen: Waymo, Apollo Go und Zoox via Wikimedia Commons. Details und Lizenzangaben siehe Quellenübersicht.
1 Ausgangspunkt und Zielbild

1.2 Projektvision: Shuttle als Anwendungsszenario

Folie 2
Animierte OSM-Strecke vom HTW-Technikum zum Hauptbahnhof Dresden
Bildidee: eingebundene Strecke als Loop-GIF vom HTW-Technikum zum Hauptbahnhof
Das Shuttle bleibt der Anwendungsrahmen. Der Schwerpunkt dieser Halbzeitpräsentation liegt aber auf der Navigationsbasis: 3D-Map, Sensorik, Lokalisierung und ROS2-Integration.
1 Ausgangspunkt und Zielbild

1.3 Technische Realität und Neuausrichtung

Folie 3
Umgebauter BMW i3 des Mechlabs, im Projekt wegen Batteriedefekt ausgefallen
BMW i3 / Techi3
  • Ausfall während der Projektlaufzeit durch Batteriedefekt
  • Level-4-fähig bis auf die Betriebsbremse
  • Hardware- und Software-Stack basierend auf Mechlab-Entwicklung (MATLAB und ROS1)
Skoda Enyaq als seriennahes Versuchsfahrzeug
Skoda Enyaq
  • seriennahes Fzg. ohne Straßenzulassung
  • Level-2-fähig
  • mobile DGNSS-Lokalisierung
  • externer Beschleunigungssensor
  • mobiler LiDAR
  • Auswahl an fzg.-eigenen CAN-Botschaften
EasyMile EZ10 Shuttle
EasyMile EZ10
  • Level-5-fähig
  • Hardware- und Software-Stack basieren auf Entwicklung der FSD GmbH
Der Fahrzeugdemonstrator hat sich geändert, die wissenschaftliche Kernfrage blieb aber bestehen: Wie genau können wir 3D-Maps erzeugen und für Lokalisierung nutzen?
2 Datenbasis für Lokalisierung

2.1 Datenbasis für 3D-Map-basierte Lokalisierung

Folie 4

Von der Vermessung zur Navigationsreferenz.

lokale Referenz TLS/MLS-Kartierung hochgenaue 3D-Map des Technikums als begrenztes, präzises Prüffeld
fahrzeugnah Automotive-LiDAR + GNSS-RTK + SLAM Messfahrten mit aktuellen LiDAR-Scans, Referenztrajektorien und relativ erzeugten SLAM-3D-Maps
flächige 3D-Map-Basis ALS-Höhenmodell Sachsen georeferenzierte Umgebungskonturen für großräumige 3D-Map-Bezüge
3D-Map-basierte Lokalisierung aktuellen LiDAR-Scan gegen georeferenzierte 3D-Maps registrieren und daraus eine genaue Fahrzeugpose ableiten
Begriffe: TLS = Terrestrial Laser Scanning / terrestrisches Laserscanning; MLS = Mobile Laser Scanning / mobiles Laserscanning; ALS = Airborne Laser Scanning / luftgestütztes Laserscanning.
2 Datenbasis für Lokalisierung

2.2 Hochgenaue Referenz-3D-Map des Technikums

Folie 5

Georeferenzierte Referenz-3D-Map des Technikums aus TLS und MLS, aufgebaut im Rahmen einer Bachelorarbeit von Gregor Erdmann.

Eingesetzte Systeme: Leica BLK2GO (MLS) und Faro Focus S (TLS).

Ergebnis

  • Erfassung des Technikums mit MLS und TLS.
  • Registrierung, Bereinigung, Georeferenzierung und Fusion in Cyclone Register 360 Plus.
  • Arbeitsversion: Fusion_2cm.e57 als lokales Prüffeld mit 2 cm Gitterweite.

Erkenntnisse

  • TLS liefert höhere Genauigkeit, geringeres Rauschen und bessere Detailtiefe.
  • MLS ist schneller und flexibler, hat aber Schwächen bei langen Walks und geometriearmen Bereichen.
  • C2C-Registrierung hängt stark von Überlappung und markanter Geometrie ab.
  • Die Fusion kombiniert effiziente Flächenerfassung mit stabilisierenden TLS-Bereichen.
Fusionierte Referenz-3D-Map des HTW-Technikums
Fusion_2cm.e57: Fusionierte TLS/MLS-Referenz-3D-Map des Technikums
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Virtueller Rundgang durch die TLS/MLS-Referenz-3D-Map des Technikums. Das Video startet automatisch in Schleife und kann manuell gespult werden
Für das Technikum liegt mit der TLS-/MLS-Fusion eine hochgenaue Referenz-3D-Map vor, die als lokales Prüffeld für Lokalisierungsverfahren genutzt werden kann.
2 Datenbasis für Lokalisierung

2.3 Initiale Pose im Technikum

Folie 6

Die Referenz-3D-Map hilft auch bei Ein- und Ausfahrt des Shuttles: markante Stellen im Technikum lassen sich mit Bildmarken wie ArUco-Markern versehen, um die erste Geopose des Shuttles zu setzen, detektiert durch eine Onboard-Kamera.

K110 Gesamtansicht mit markierten Bereichen für Bildmarken
K110 mit markanten Bereichen für eine initiale Pose
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EZ10 mit sichtbarer ArUco-Markierung im K110
EZ10 in der K110 mit sichtbaren ArUco-Markern für die Initialisierung
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Die eingefärbte, hochgenaue Punktwolke erlaubt es, Geomarker nachträglich gezielt im Raum zu positionieren und für eine initiale Fahrzeugpose nutzbar zu machen.
2 Datenbasis für Lokalisierung

2.4 Differenzielles GNSS als Georeferenz

Folie 7

Eigener Arbeitsstand

  • Mobiles RTK-GNSS-System mit u-blox F9P in Betrieb genommen.
  • SAPOS-HEPS/NTRIP in ROS2 integriert.
  • Referenztrajektorien für die spätere Bewertung von Lokalisierungsverfahren aufgenommen.

Rolle im Projekt

  • Georeferenzierter Referenzrahmen für SLAM- und Lokalisierungsverfahren.
  • Nicht primäre Navigationslösung, sondern Bewertungs- und Vergleichsbasis.

SAPOS-HEPS Sachsen

  • Amtlicher RTK-Korrekturdienst.
  • Offiziell erreichbare Lagegenauigkeit: 1 bis 2 cm.
  • Korrekturdaten via NTRIP; im Projekt kostenfrei nutzbar.
  • Relevante Referenzstation im Raum Dresden: DRE4.
Begriffe: SAPOS = amtlicher Satellitenpositionierungsdienst; HEPS = RTK-Korrekturdienst für hochpräzise Echtzeitpositionierung.

RTK-Hardware

Ardusimple simpleRTK2B basic starter kit mit Antenne
Ardusimple simpleRTK2B basic starter kit mit u-blox F9P und GNSS-Antenne. Quelle: ardusimple.com
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Komponente Verwendet im Projekt Hinweis
GNSS-Empfänger u-blox F9P RTK-fähiger Mehrfrequenzempfänger
Antenne u-blox ANN-MB Multiband GNSS-Antenne aktive GNSS-Antenne, L1 und L2/E5b, unterstützt GPS, GLONASS, Galileo und BeiDou
Korrekturdaten SAPOS-HEPS via NTRIP Zentimetergenau im amtlichen Raumbezug
simpleRTK2B Board im Skoda Enyaq Messaufbau
Realer Aufbau im Enyaq: simpleRTK2B/u-blox F9P im Messsystem
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GNSS-Antenne im Skoda Enyaq Messaufbau
Realer Aufbau im Enyaq: GNSS-Antenne für RTK-Referenzmessungen
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Beispieltrajektorie

Zwei hintereinander ähnlich gefahrene Runden auf der Innenbahn des HTWD-Testfeldes mit aktiver differenzieller Korrektur.

RTK-GNSS-Trajektorie auf Satellitenkarte im 100-Meter-Ausschnitt
Übersicht: georeferenzierte Fahrtrajektorie im 100-Meter-Ausschnitt
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Mit SAPOS-HEPS wird aus einem günstigen (~200€) RTK-fähigen GNSS-Empfänger ein zentimetergenaues Referenzsystem im amtlichen Raumbezug. Im Projekt dient es als Referenztrajektorie zur Bewertung LiDAR-basierter Lokalisierung.
2 Datenbasis für Lokalisierung

2.5 Automotive-LiDAR-3D-Maps aus SLAM

Folie 8

SLAM-Verfahren liefern im Projekt nicht nur relative Trajektorien, sondern auch fahrzeugnahe 3D-Maps.

Warum diese 3D-Maps relevant sind

  • 3D-Maps aus derselben LiDAR-Perspektive wie die spätere Fahrzeuglokalisierung.
  • Direkt aus den Messfahrten erzeugt.
  • Geeignet als Ausgangspunkt für spätere Wiederlokalisierung.

Was aktuell noch fehlt

  • Zunächst nur im lokalen SLAM-Koordinatensystem konsistent.
  • Global prinzipiell über GNSS-RTK referenzierbar.
  • Damit wichtiger Zwischenschritt, aber noch keine fertige Navigations-3D-Map.
Aus KISS-SLAM erzeugte 3D-Map 10:52:48
Messung 2026-04-02 10:52:48: aus KISS-SLAM erzeugte lokale 3D-Map
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Aus KISS-SLAM erzeugte 3D-Map 11:01:49
Messung 2026-04-02 11:01:49: aus KISS-SLAM erzeugte lokale 3D-Map
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SLAM ist im Projekt doppelt relevant: als relative Pose-Schätzung und als Werkzeug zur Erzeugung fahrzeugnaher 3D-Maps.
2 Datenbasis für Lokalisierung

2.6 ALS-Höhenmodell Sachsen

Folie 9

Flächige, georeferenzierte ALS-3D-Map aus luftgestütztem Laserscanning.

Datengrundlage

  • Klassifizierte Laserscandaten aus ALS: Bodenpunkte, Nichtbodenpunkte und Ergänzungspunkte.
  • Punktdichte laut Metadaten: mindestens 4 Punkte/m².
  • Lagegenauigkeit der Laserscandaten: bis ±0,30 m.
  • Höhengenauigkeit der Laserscandaten: bis ±0,15 m.

Aktualität und Nutzbarkeit

  • Aktualisierung seit 2020/2021 losweise im 6-Jahres-Turnus.
  • Metadaten nennen eine zeitliche Ausdehnung der aktuellen Laserscandaten von 05.12.2016 bis 11.02.2025.
  • Taggenaue Befliegungsdaten und Punktdichten sind kachel-/gebietsbezogen im Geoportal Sachsenatlas nachschlagbar.
  • Gebäude und größere Konturen entsprechen dem Stand der jeweiligen Befliegung.
Ausschnitt digitales Höhenmodell des Shuttlegebietes
ALS-Höhenmodell als ergänzende georeferenzierte 3D-Map für den Shuttle-Korridor
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Ausschnitt digitales Höhenmodell des HTW-Technikums
ALS-Höhenmodell des HTW-Technikums als ergänzende georeferenzierte 3D-Map
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Für die Lokalisierung ist die ALS-3D-Map keine hochpräzise Nahbereichs-3D-Map wie die TLS-/MLS-Fusion. Sie ist aber flächig verfügbar und enthält stabile urbane Konturen, die als Ansatzpunkt für eine 3D-Map-basierte Registrierung genutzt werden können.
Quellen: GeoSN Fachliche Details und AdV-MIS-Metadaten der Laserscandaten. Details siehe Quellenübersicht.
2 Datenbasis für Lokalisierung

2.7 Drohnenbasierte 3D-Map

Folie 10

Mithilfe von Drohnenaufnahmen lässt sich über Structure from Motion ebenfalls eine 3D-Map erzeugen.

Drohnenbasiertes SfM-Projekt, Perspektivische Sicht auf das Testfeld
Aus mehreren Drohnenaufnahmen erzeugte 3D-Map des Testfeldes, Perspektivische Sicht
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Virtueller Rundgang durch die Drohnen-3D-Map des Prüffeld.
Das Video startet automatisch in Schleife und kann manuell gespult werden
Die aus Drohnenaufnahmen erzeugte 3D-Map ist für das Prüffeld charakterisiert.
3 Navigationskette und Lokalisierungsalgorithmen

3.1 Arbeitsstand der Navigationskette

Folie 11
Status Quo
  • GNSS-Referenz
  • SLAM-Trajektorien
  • Beispiel-3D-Maps
  • erste Lokalisierungsversuche
In Bearbeitung
  • SLAM-Verfahren bewerten
  • 3D-Maps global einordnen
  • Ausbau der Lokalisierung
Noch Offen
  • durchgängige globale Referenzierung
  • robuste Wiederlokalisierung
  • vollständige Navigationslösung
Zur Halbzeit noch keine fertige Navigation. Aber den Weg dorthin:
Kartierung, Referenzierung, Vergleich und Wiederlokalisierung.
3 Navigationskette und Lokalisierungsalgorithmen

3.2 Ouster-SLAM als erster vertiefter Ansatz

Folie 12

Qualitative Prüfung auf zwei Routen in der DD-Südvorstadt

Außenroute 1: Vergleich GNSS, Ouster und SLAM
Große Außenroute 1: qualitative Prüfung von GNSS, Ouster und SLAM
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Außenroute 1 als animierte Routendarstellung
Außenroute 1 als animierte Routendarstellung
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Außenroute 2: Vergleich GNSS, Ouster und SLAM
Große Außenroute 2: qualitative Prüfung von GNSS, Ouster und SLAM
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Außenroute 2 als animierte Routendarstellung
Außenroute 2 als animierte Routendarstellung
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Ouster-SLAM war damit der erste praktisch untersuchte Zugang zur ausreichend genauen relativen Pose und SLAM-basierten Erzeugung von 3D-Maps im Projekt. Die Trajektorie zeigt aber auch, dass der Ouster SLAM-Algorithmus keinerlei Loop-Closure-Mechanismen besitzt.
3 Navigationskette und Lokalisierungsalgorithmen

3.3 Ouster-SLAM Vergleich gegen EZ10

Folie 13
Vergleich von Ouster-SLAM mit der Lokalisierungs- und Navigationslösung des EasyMile EZ10 der FSD GmbH
Ouster OS1 auf dem Dach des EasyMile EZ10
Sensoraufbau: Ouster OS1 auf dem Dach des EZ10
Sichtfeld des Ouster OS1 vom EasyMile EZ10
Beispielhafte LiDAR-/Sichtperspektive aus dem Fahrzeugaufbau
Kombinierte Ansicht des Ouster-SLAM Vergleichs gegen EZ10
Kombinierte Vergleichsansicht: Ouster-SLAM, Fahrzeugdaten des EZ10
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Vergleich Ouster-SLAM gegen Fahrzeugschätzung des EZ10
Direkter Vergleich Ouster-SLAM gegen vorhandene Schätzung aus dem EZ10-System
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Querabweichung Ouster-SLAM gegen EZ10 über die Zeit
Querabweichung des Ouster-SLAM gegenüber der EZ10-Referenz über die Zeit
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Eine Startpunkt-Rotation nähert die Ouster-SLAM Trajektorie dem EZ10 Pfad mathematisch an. Der Betrag des Fehlers der Querabweichung zum geometrisch nächsten Punkt fällt mit 0.58 m verhältnismäßig gering aus gegenüber der fusionierten Pose des EZ10.
3 Navigationskette und Lokalisierungsalgorithmen

3.4 KISS-SLAM unter ROS2

Folie 14

Trajektorienvergleich gegen GNSS

KISS-SLAM Zeitvergleich GNSS 10:52:48
Messung 10:52:48 - 2 Runden Innenspur: GNSS und KISS-SLAM im Form-/Zeitvergleich
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KISS-SLAM Zeitvergleich GNSS 11:01:49
Messung 11:01:49: GNSS und KISS-SLAM im Form-/Zeitvergleich
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Abweichung über die Zeit

KISS-SLAM Fehlerplot 10:52:48
Messung 10:52:48 - 2 Runden Innenspur: Abweichung zwischen GNSS und KISS-SLAM
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KISS-SLAM Fehlerplot 11:01:49
Messung 11:01:49: Abweichung zwischen GNSS und KISS-SLAM
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Querabweichung zur GNSS-Tangente

KISS-SLAM Querabweichung 10:52:48
Messung 10:52:48 - 2 Runden Innenspur: signed Querabweichung zur lokalen GNSS-Tangente
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KISS-SLAM Querabweichung 11:01:49
Messung 11:01:49: signed Querabweichung zur lokalen GNSS-Tangente
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Der 2D-Abstand bleibt größer als die Querabweichung zur lokalen Tangente. Das spricht für eine schlechte zeitliche Übereinstimmung zwischen SLAM-Pose und GNSS-Lokalisierung. Initialheading ist nur sinnvoll, wenn der Anfangsabschnitt gerade herausfährt. Die Startpunkt-Rotation landet wieder bei einem Mean |q| von 0.58 m. KISS-ICP-SLAM wird trotz Loop Closure nicht sichtbar besser als Ouster-SLAM.
Quelle: PRBonn/kiss-slam. Details siehe Quellenübersicht.
3 Navigationskette und Lokalisierungsalgorithmen

3.5 FAST-LIO-SLAM unter ROS2

Folie 15

Trajektorienvergleich gegen GNSS

FAST-LIO-SLAM Zeitvergleich GNSS 10:52:48
Messung 10:52:48 - 2 Runden Innenspur: GNSS und FAST-LIO-SLAM im Form-/Zeitvergleich
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FAST-LIO-SLAM Zeitvergleich GNSS 11:01:49
Messung 11:01:49: GNSS und FAST-LIO-SLAM im Form-/Zeitvergleich
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Abweichung über die Zeit

FAST-LIO-SLAM Fehlerplot 10:52:48
Messung 10:52:48 - 2 Runden Innenspur: Abweichung zwischen GNSS und FAST-LIO-SLAM
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FAST-LIO-SLAM Fehlerplot 11:01:49
Messung 11:01:49: Abweichung zwischen GNSS und FAST-LIO-SLAM
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Querabweichung zur GNSS-Tangente

FAST-LIO-SLAM Querabweichung 10:52:48
Messung 10:52:48 - 2 Runden Innenspur: signed Querabweichung zur lokalen GNSS-Tangente
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FAST-LIO-SLAM Querabweichung 11:01:49
Messung 11:01:49: signed Querabweichung zur lokalen GNSS-Tangente
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FAST-LIO-SLAM ergänzt die anderen Verfahren als LiDAR-IMU-Ansatz und ist methodisch robuster angelegt, zeigt in den bisherigen Auswertungen aber noch keinen klaren Vorteil gegenüber KISS-SLAM.
Quelle: ROS2-Arbeitsstand auf Basis von rohrschacht/FAST_LIO_SLAM_ros2; algorithmische Basis hku-mars/FAST_LIO. Material und Auswertung siehe auch Quellenübersicht.
3 Navigationskette und Lokalisierungsalgorithmen

3.6 Vergleich der SLAM-Verfahren

Folie 16
Verfahren Referenzbasis Vergleichstyp Einordnung
Ouster-SLAM EZ10 estimate pose relativer Systemvergleich propritätere Lösung zur Erzeugung einer relativen 3D Map
KISS-SLAM ausreichend, um innerhalb einer 3m Fahrzeugspur zu bleiben
in neuerem SDK findet auch eine Korrektur durch die interne IMU statt
KISS-SLAM GNSS-RTK metrischer Trajektorienvergleich Vergleichbare Performance wie proritäre Lösung von Ouster
kein Genauigkeitsgewinn durch Loop-Closure Implementierung
FAST-LIO-SLAM GNSS-RTK metrischer Trajektorienvergleich methodisch robuster LiDAR-IMU-Ansatz durch Nutzung der IMU
bisher kein klarer Vorteil --> Kalibrierung nötig?
SLAM-Vergleich
Geplantes Balkendiagramm für den direkt RTK-basierten Vergleich von KISS-SLAM und FAST-LIO-SLAM
Die untersuchten SLAM-Verfahren zeigen grundsätzlich Potenzial für eine spätere Lokalisierung. Für eine robuste Nutzung sind aber noch geeignete Filterung, Referenzierung und Vergleichsmetriken nötig, weil lokal auftretende Abweichungen die Verlässlichkeit der erzeugten Maps derzeit noch einschränken.
3 Navigationskette und Lokalisierungsalgorithmen

3.7 Erste Lokalisierungsversuche

Folie 17
ICP-Lokalisierung gegen Höhenmodell, Messung 10:52:48
Messung 2026-04-02 10:52:48: ICP-Lokalisierung gegen das ALS Höhenmodell
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ICP-Lokalisierung gegen das ALS Höhenmodell, Messung 11:01:49
Messung 2026-04-02 11:01:49: ICP-Lokalisierung gegen das Höhenmodell
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ICP UTM lokal 10:52:48
Messung 2026-04-02 10:52:48: GNSS- und ICP-Trajektorie im lokalen UTM-Bezug
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ICP UTM lokal 11:01:49
Messung 2026-04-02 11:01:49: GNSS- und ICP-Trajektorie im lokalen UTM-Bezug
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ICP Querabweichung Zeit 10:52:48
Messung 2026-04-02 10:52:48: Querabweichung über die Zeit
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ICP Querabweichung Zeit 11:01:49
Messung 2026-04-02 11:01:49: Querabweichung über die Zeit
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Zeitbasierte Querabweichungen im Vergleich

Verfahren Route Mean |q| (time)
Ouster-SLAM
EZ10 estimate pose
Routepiktogramm Ouster-SLAM 0.52 m
KISS-ICP-SLAM
GNSS-RTK
Routepiktogramm KISS-ICP-SLAM 0.46 m
FAST-LIO-SLAM
GNSS-RTK
Routepiktogramm FAST-LIO-SLAM 0.82 m
ICP-Lokalisierung im ALS-Höhenmodell
GNSS-RTK
Routepiktogramm ICP-Lokalisierung 0.13 m
Die kleinere Querabweichung zeigt das Potenzial der 3D-Map-basierten ICP-Lokalisierung. Für die Einordnung bleiben aber 3D-Map-Auflösung, GNSS-/Yaw-Initialisierung und Gating entscheidend. Die Verarbeitung von nur jedem zweiten LiDAR-Frame ist dabei ein wichtiger limitierender Faktor und noch nicht echtzeitfähig.

4 Halbzeitbilanz und Ausblick

Folie 18

Fazit

  • Ouster-SLAM, KISS-SLAM und FAST-LIO-SLAM sind praktisch aufgebaut und gegen Referenzen geprüft.
  • GNSS-RTK liefert den Maßstab für den Vergleich der Trajektorien.
  • Die Navigation ist noch nicht fertig, aber die zentralen Bausteine liegen vor.

Ausblick

  • 3D-Maps und Trajektorien weiter konsistent dokumentieren.
  • Lokalisierung, Drift und Robustheit systematisch vertiefen.
  • Zusammenarbeit mit SachsenEnergie und Bertrandt für die nächsten Schritte in Datenbasis und Validierung nutzen.
BumbleB Fahrzeug
BumbleB als Plattform für die weitere Zusammenarbeit mit Bertrandt